Liebe Leser*innen,
im August 2025 verkündete Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) eine Zeitenwende: den Beginn der Videoüberwachung mit Echtzeit-Gesichtserkennung in Deutschland, in einem Pilotprojekt in Frankfurt am Main. Der erstmalige Einsatz der Technologie lag da allerdings schon sieben Wochen zurück. Und als er dann im März eine polizeiliche Gesichtserkennungs-App vorstellte – sie wird ebenfalls in einem deutschlandweit einmaligen Feldversuch in Frankfurt am Main genutzt –, war der tatsächliche Erst-Einsatz sogar schon 14 Wochen her.
Die Frankfurter*innen sind Posecks Versuchskaninchen. Was er gerade an ihnen ausprobiert, das erzählt er immer erst dann, wenn der Versuch schon längst läuft.
Das hat mich neugierig gemacht. Wie fühlt sich das an als Versuchskaninchen? Wie ist es, wenn das eigene Gesicht beständig vermessen und mit anderen Gesichtern verglichen wird – wenn man quasi ein Kennzeichen auf der Stirn hat? Das habe ich Menschen gefragt, die ihren Alltag inmitten der Videoüberwachungszone im Frankfurter Bahnhofsviertel verbringen. Dabei habe ich einen ziemlich ungewöhnlichen kleinen Kosmos erlebt. Es geht dort um Sex, Drogen und das Ende der Anonymität.
Viel Spaß beim Lesen
Martin

Schreibe eine Ergänzung!